Mittwoch, 21. September 2016

Wellenreiter

Diesen Monat habe ich ja mehr oder weniger der Altgarnverwertung gewidmet. Ich habe allerdings das Gefühl, bei manchen Garnen hat es schon seinen Grund, warum die so lange herumliegen - nämlich weil es einfach an der zündenden Idee für die Umsetzung fehlt.


Leider sind zündende Ideen derzeit aber auch komplett abwesend. Wahrscheinlich in den Süden verreist. Mangels Geistesblitz habe ich mich also bei diesem Tuch (und noch einem weiteren, das noch in Arbeit ist) damit begnügt, zu experimentieren, wie sich verschiedene zu- und Abnahmen auf die Form auswirken. Damit das langweilige Kraus-Rechts-Gestrick nicht komplett sinnfrei ist.

Weil die Farbe so ein bisschen an Meer bei bewölktem Himmel erinnert, wollte ich einen Welleneffekt einbauen und das hat auch funktioniert.


An der Kante habe ich mich an etwas versucht, das zumindest entfernt an Muscheln erinnert.


Das Garn ist handgefärbtes, die helleren Reihen dazwischen sind Paillettengarn (im Bild leider kaum einzufangen).
Das Muschelmuster habe ich am kurzen Ende wiederholt, wo sich durch die Aneinanderreihung eine kleine Rüsche ergibt.


Von dem Maßen her (180 x 47 cm) ist es eher ein Um-den-Hals-wickel-Tuch als eines zum Einkuscheln, aber wie große Tücher gehen weiß ich ja schon zur Genüge!

Garn:

  • 100 g (400 m) handgefärbte Merinowolle von Atelier MaRo (Garn: Trilogie von Atelier Zitron, 75% Schurwolle, 15% Seide, 10% Leinen)
  • 160 g Lana Grossa Opera (65% Baumwolle, 25% Polyamid, 5% Viskose, 5% Pailletten)
Nadelstärke: 5,0 mm

Mittwoch, 14. September 2016

Die kluge Frau baut vor

Noch gibt's dank intensiver Sonnenbestrahlung ja genug Vitamin D, aber es kann ja nicht schaden, auf düsterere Zeiten vorbereitet zu sein. Deshalb habe ich mich endlich an die gleichnamige Anleitung von Heidi Kirrmaier gemacht, die schon länger auf meiner Liste stand. Angesichts der über 4.000 verknüpften Projekte bei Ravelry bin ich wohl auch die letzte, die's gestrickt hat ...


Ich muss vorausschicken, dass meine Garnwahl vielleicht nicht die allerglücklichste war. Denn eigentlich sollten die Vorderteile durch die verkürzten Reihen viel wasserfallartiger fallen. Bei den derzeitigen Temperaturen konnte ich es zwar nur für rund zehn Sekunden über mich bringen hineinzuschlüpfen, aber wie man sieht, geht der Effekt etwas verloren.


Aber als ich die diesjährigen Herbstschnäppchen verstaute, fiel mir das letztjährige Herbstschnäppchen in Gestalt dieses Flauschwunders in die Hände ... (Gilt es eigentlich als Stashabbau, wenn man zwar Altbestände verarbeitet, gleichzeitig aber die dreifache Menge neu einlagert?) Und ich dachte mir, dass die Streifen bei den verkürzten Reihen einen interessanten Effekt ergeben könnten. Was sich auch bewahrheitet hat:




Den Schnitt finde ich dennoch nach wie vor ziemlich genial; ich werde das sicher irgendwann mit anderem Garn nochmal probieren.

Garn:

  • 240 g Lana Grossa Alta Moda Fine Degradé (70% Alpaka, 25% Wolle, 5% Polyamid), LL 160m / 25g, Farbe 107.
Nadelstärke 5,0 mm

Donnerstag, 8. September 2016

Zeitreise V: Geduldsprobe

Mal wieder was aus der Abteilung "Frühgeschichte": Dieses Wunderwerk kann dieses Jahr seinen 30. Geburtstag feiern.



Und im Gegensatz zu dem unschuldigen jungen Ding im Bild, ist der Pulli kaum gealtert. Da passe ich aber definitiv nicht mehr rein. Denn bei dem war nix mit Stricken in lockerer Übergröße, sonst hätte man ja noch ein bis zwei Mustersätze mehr machen müssen. Und soweit ich mich erinnere, war das so schon mühselig genug!


Schön aussehen tut es ja. Aber trotzdem: Ich glaube, für solche Fair-Isle-Exzesse hätte ich heute keinen Nerv mehr. Was für eine endlose Zählerei!




Montag, 5. September 2016

Rippchen (ohne Kraut)

Das schöne Verlaufsgarn von 100 Farbspiele lag nun auch schon wieder ein Jahr hier herum - Zeit es endlich aus seinem Schattendasein zu befreien.



Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen hatte ich einen Cake mit 1270 Meter Lauflänge bestellt. Ich vermute, mir schwebte damals ein kreisrundes Lace-Tuch vor. Mittlerweile habe ich jedoch die Befürchtung, dass das zu sehr nach Tischdecke aussehen könnte.

Mein Kompromiss: ein halbes Hexagon (wobei das ja streng genommen eher sowas wie ein Dreiviertel-Tuch ist ...). Musteridee hatte ich beim Anschlagen noch keine. Hauptsache erst mal Aktionismus!

Nach den ersten Reihen erinnerte ich mich dann aber gleich wieder, dass das Garn schön griffig ist und Strukturmuster besonders gut zur Geltung bringt. Ich hatte das ja letztes Jahr schon mal getestet. Der zweite Versuch sieht daher ziemlich ähnlich aus, nur viiieeel größer. Zwischen den glatt rechten und den Lochmusterreihen habe ich einfach verschiedene Rippenmuster gereiht (kleine Rippen, Fallmaschenrippen, Blattrippen und große Rippen).

So sieht das gute Stück ausgebreitet aus:



Und so angezogen:


Definitiv eher ein Cape als ein Tuch ... aber bei den zu erwartenden herbstlichen Temperaturen kann das ja nicht schaden.


Jetzt muss ich mir aber noch ein paar andere Mustervarianten für langen Farbverlauf ausdenken, denn: Ich konnte natürlich nicht an mich halten und musste sofort mehr davon bestellen ...

Garn:
  • 335 g (ca. 1250 m) "RosenGarten" von 100 Farbspiele (50% Baumwolle, 50% Acryl).
Nadelstärke 3,75 mm

Verlinkt bei der lieben Ruth und bei Maschenfein.

Donnerstag, 1. September 2016

Auf den Nadeln im September

Der vergangene Monat stand ja ganz im Zeichen sportlicher Höchst- und Ausdauerleistungen. Ich spreche natürlich von den Ravellenic Games 2016, bei denen man sich in den unterschiedlichsten Disziplinen beweisen konnte.



Am erfolgreichsten war ich auf dem 'Frogging Trampoline'. Da musste man sich einfach nur von einigen Langzeit-UFOs verabschieden, indem man über seinen Schatten sprang und diese endlich auftrennte. Nach intensiver Gewissenserforschung gelang mir das immerhin bei drei Alt-Projekten.
Schöner Nebeneffekt: Freie Nadeln!






Beim 'WIPs Wrestling' ging es darum, angefangene Projekte erfolgreich niederzuringen. Leider waren alle meine laufenden Projekte bis auf eines in einem rudimentären Anfangsstadium, so dass hier wenig Aussicht auf Erfolg bestand. Das eine wurde aber immerhin noch fertig: Die Tunika mit Soft-Swing-Rand.




Die Kategorie 'Shawl Sailing' verlangte, binnen der 17 Tage, die die Spiele dauerten, ein Tuch anzufangen und fertigzustellen. Hier konnte ich gleich zwei Medaillen abräumen.

Jetzt fragt Ihr Euch natürlich mit Recht: Was soll das denn? Die WIPs lässt sie liegen, aber für Neues hat sie Zeit?

Ganz einfach: Weil während der Ravellenics ja noch ein anderes, nicht unbedeutendes sportliches Großereignis im Fernsehen zu bestaunen war, das meine volle Aufmerksamkeit erforderte, brauchte ich etwas, bei dem ich die Hände weitgehend alleine arbeiten lassen konnte. Daher das Experiment mit den Plissée-Falten, das ich mit Mohair-Garn gleich noch einmal wiederholte. So ganz zufrieden war ich mit dem Ergebnis ja nicht, aber mittlerweile zeigt sich, dass man die Falten bei eher unkonventioneller Aufbewahrungsweise halbwegs konservieren kann:





Dann waren die Spiele immer noch nicht vorbei und ich erlag einer spontanen Garnverlockung. Die pelzigen kleinen Biester wurden sofort verarbeitet, damit sie sich gar nicht erst dauerhaft einnisteten. Passend zu den zwischenzeitlich eher herbstlichen Außentemperaturen gab's einen schnellen Poncho, der mich für eine weitere Medaille in der Rubrik 'Kleidung' qualifizierte.



Von rechten Maschen hatte ich danach erst mal genug. Es stellte sich dann allerdings heraus, dass hunderttausend Löcher auch ganz schön ermüdend sind.

Die Gesamtbilanz für August auf einen Blick:


*

Für den September habe ich mir vor allem zwei WIPs vorgenommen: Zum einen die Lace-Blätter, die doch recht langsame Fortschritte machen (das Muster eignet sich einfach nicht dazu, mal schnell in einer kleinen Pause ein paar Reihen zu stricken ...), aber immerhin langsam Form annehmen:


Und zum anderen habe ich mich endlich eines der seit letztem Jahr herumliegenden Farbverlaufs-Cakes erbarmt. Die Arbeit daran geht deutlich schneller voran, weil das Muster deutlich einfacher ist und weil - Ihr kennt das - man sich ständig sagt: "Nur noch bis zum nächsten Farbwechsel stricken ..."


Und dann habe ich mir noch zwei Garnkombinationen aus dem Stash zurecht gelegt, für die ich bisher nur halb ausgegorene Ideen habe, die mich aber ungemein reizen. Mal sehen ...

Samstag, 27. August 2016

Noch ein Testobjekt

Es gibt ja naturgemäß nur eine beschränkte Anzahl von Möglichkeiten, wie man ein Dreieckstuch beginnen kann. Aber eine hatte ich bisher noch ausgelassen: mit einer Längsseite anfangen. Das bedeutet allerdings, dass man gleich relativ viele Maschen auf der Nadel hat, die man dann mittels verkürzter Reihen noch eifrig vermehrt.


Aber das große Staunen kam erst Tage später, nach dem Abketten: Das Teil ist riesig (obere Kantenlänge drei Meter). Und wegen der Form eignet sich das Tuch eigentlich fast nur dazu, es mehrfach um den Hals zu wickeln. Rückblickend hätte dafür auch ein einziger Zauberball gereicht. Damit hätte man immerhin schon eine Kantenlänge von 1,80 Metern erhalten (= die unteren drei Abschnitte des Tuchs). Allerdings wäre da fast nichts von dem schönen Türkis drin gewesen, dass den ursprünglichen Kaufimpuls überhaupt erst ausgelöst hat.



Nachtrag: Als Schal macht es sich nicht schlecht ...










Material:

  • 200 g Schoppel Zauberball 100 (100% Schurwolle), LL 400 m / 100 g, Farbe 2309 ('Blaue Lagune)
  • 22 g  farblich passende Reste für die Kraus-Rechts-Reihen
Rundstricknadel 3,75 mm




Montag, 22. August 2016

Endspurt

Ich konnte es nicht lassen und habe mich noch ein zweites Mal in der Disziplin Faltenwurf geübt. Sprich: das rote Tuch noch mal gestrickt, diesmal mit luftigem Silk-Mohair, in der Hoffnung dass die Falten damit besser erhalten bleiben.

Zwar habe ich damit - mit glühenden Nadeln - noch ein weiteres Projekt für die Ravellenics über die Ziellinie gebracht (gut, dass der Stress jetzt vorbei ist ;)), allerdings lautet auch hier das Urteil: tragbar, aber nicht befriedigend.

Nach dem Abketten sah's noch ganz verheißungsvoll aus:



Aber das Entspannungsbad war dann eindeutig zu entspannend:


Ich hatte während des Strickens noch ein, zwei Ideen wie man die Falten mit eingebauten Raffungen eventuell erhalten könnte, aber ausprobieren werde ich das vorerst nicht. Ich muss jetzt dringend was anderes sehen! Waren da nicht noch ein paar Lochmuster-Projekte im WIP-Stapel?



Garn:
  • 25 g Lana Grossa Silkhaur (70% Mohair, 30% Seide), 210 m / 25 g Farbe 084 (dunkelgrau)
  • 10 g Drops Kid-Silk (75% Mohair, 25% Seide), 200 m / 25 g Farbe 05 (altrosa)
  • 50 g Schulana Kid-Seta Jubile SuperKid (70% Mohair, 30% Seide), 210 m / 25 g Farbe 3
  • 25 g Lang Merino Paillettes (96% Schurwolle, 4% Polyester), 132 m / 25 g, Farbe 0048 (altrosa)
  • 10 g Lang Merino Paillettes (96% Schurwolle, 4% Polyester), 132 m / 25 g, Farbe 0043 (blaugrau)


Rundstricknadel 5,0 mm