Dienstag, 29. Dezember 2015

Twinkle, twinkle, little star ...

Zumindest eines der neueren WIPs ist vor Jahresfrist doch noch fertig geworden. Aber der Plan, sich endlich mal zu den älteren vorzuarbeiten, ehe die vollends UFO-Status erlangen, ist kläglich gescheitert. Obwohl ich dem Vorsatz treu geblieben bin und  nichts Neues angefangen habe!



Da das Projekt ursprünglich 'Adventsstern' hieß, ist zunächst festzuhalten, dass es in puncto Verspätung durchaus mit der Deutschen Bahn mithalten kann ... Nun könnte ich es allenfalls 'Silvesterfeuerwerk' nennen ...

Alles begann mit diesem unwiderstehlichen Garnset, das ich mir Anfang Oktober als sehr vorzeitiges Geburtstagsgeschenk gegönnt hatte:


Es handelt sich um das 'Mineral Kit' von Artyarns, bestehend aus einem großen Strang Seide mit kleinen goldenen Einsprengseln und vier kleinen Strängen mit Pailletten und Perlen. Mit über 50 € nicht ganz billig, daher die Deklaration als Geburtstagsgeschenk.

Eine erste Enttäuschung zeichnete sich allerdings bereits beim Abwickeln ab. Denn aus dem großen, fluffigen Strang wurde ein vergleichsweise kleines, mickriges Knäuel. Es war also abzusehen, dass das Gesamtpaket nicht für einen Schal / ein Tuch in halbwegs akzeptabler Größe reichen würde. Eine Lauflänge war auch nicht angegeben, was ich ziemlich unverzeihlich finde, aber im Kaufrausch total übersehen hatte.

Die beiliegenden Anleitungen halfen auch nicht weiter. Es handelte sich dabei um zwei tuchähnliche Objekte (eines gestrickt, eines gehäkelt) von ausnehmender Hässlichkeit, deren Gesamtfläche etwa der eines Geschirrtuchs gleichkam.

Das Gesamtpaket verschwand also erst einmal in der Schublade und wurde erst Anfang Dezember wieder herausgeholt, als mit dem schwindenden Tageslicht die Lust auf Glitzerkram wuchs. Farblich Passendes fand sich schnell in den Beständen:
  • zunächst mal die 22 g Silkhair Print von Lana Grossa (70% Mohair, 30% Seide), LL 400m / 50g, Farbe 312, die von der großen Miss B. übrig geblieben waren
  • 6 g Kid Seta Lux von Schulana (71% Mohair, 20% Seide, 5% Polyester, 4% Polyamid), LL 210 m / 25 g, Farbe 204
  • 17 g dunkelgraues Lace-Seidengarn unbekannter Herkunft (da schon vor Urzeiten gewickelt und ohne Etikett aufbewahrt), LL ca. 400 m / 100 g
Da die Paillettenstränge jeweils auch nur für ein paar Reihen reichten, musste ich hier noch für Nachschub sorgen: Beilaufgarn Galaxy von Lanartus (100g Polyester), LL 340 m / 25 g, Farbe F 09.



Für das Muster kam bei der wilden Mischung dann ohnehin nur etwas mit Streifen, Wellen, oder Zacken in Frage, bei dem man nicht an feste Mengenangaben gebunden ist und jederzeit aufhören kann, wenn das Garn zu Ende ist. Die Zacken- / Sternform ist letztendlich der Jahreszeit geschuldet. Ich hätte auch selber den Taschenrechner rausholen können, aber praktischerweise gab es bereits eine schöne Anleitung: Das Design heißt (aus unerfindlichen Gründen) 'Butterfly Dream' und ist bei Drops kostenlos erhältlich.

Und natürlich gilt: "Nur echt mit der Goldkante" ;)




Sonntag, 27. Dezember 2015

Jahresbilanz


Ich hab mir mal den Spaß gemacht und versucht, alles, was ich dieses Jahr gestrickt und gehäkelt habe, in ein Bild zu quetschen. Das sieht zwar auf den ersten Blick recht eindrucksvoll aus, hat aber, wie ich finde, auch etwas Verstörendes, wenn man den zugrundeliegenden Suchtfaktor berücksichtigt ...



Die Jahresproduktion in Worten:
  • 1 Jacke
  • 1 Kleid
  • 1 Poncho + Cowl
  • 12 Schals
  • 26 Tücher
Damit wäre auch die häufig gestellte Frage von Monika beantwortet ("Wie viele Tücher hast Du denn eigentlich?"). Insgesamt sind es höchstens noch vier oder fünf mehr, weil ich erst letztes Jahr angefangen habe, mich auf die vermeintlichen Kleinteile zu stürzen.

Zu meiner Verteidigung (und Selbstbeschwichtigung) sollte ich vielleicht anmerken, dass 2015 beruflich gesehen ein ziemlich schlechtes Jahr war (wenig Aufträge = viel Freizeit). Falls sich das nicht bald ändert, sollte ich eventuell doch ernsthaft in Erwägung ziehen, wenigstens die Anleitungen zu vermarkten ...


Freitag, 25. Dezember 2015

Willensschwäche und Willensstärke

Im allgemeinen präweihnachtlichen Trubel beschloss ich, rechtzeitig daran zu denken, mir selber was zu schenken. Und es ist ja klar, was da nur in Frage kam, oder?


Zu dem Zeitpunkt (Anfang Dezember) war ich noch auf der verzweifelten Suche nach einer passenden dritten Farbe für den vermaledeiten Doodler - daher die verschiedenen Lilatöne, auf deren Verwendung ich nun sehr gespannt bin. Auch den Rest werdet Ihr im Verlauf des nächsten Jahres sicher noch genauer kennenlernen. Das war meine erste Bestellung bei Dibadu und neben dem hinreißenden Seiden-Leinen-Garn war ich besonders angetan von der schnellen Lieferzeit (zwei Tage nach Absenden der Bestellung war das Päckchen schon da). Gut zu wissen, falls es mal zu unvorhergesehenen Wollengpässen kommen sollte. (Sehr unwahrscheinlich, ich weiß ...)

Ein paar Tage später stellte sich mir bei Instagram eine weitere Versuchung in den Weg, der ich unmittelbar erlag: die großartigen, ausschließlich mit Pflanzenfarben gefärbten Garne von Knitime.


Mit dem Argument  "Ist ja bald Weihnachten" habe ich auch hier jegliche Zurückhaltung bei der Bestellung vermissen lassen. Die Schätzchen kamen drei Tage später bei mir an, getrödelt hat aber ausschließlich DHL.

Und dann fiel mir siedendheiß ein, dass bei Lanade ja wieder eine dieser verhängnisvollen Rabattaktionen lief - diesmal für Alpakawolle. Da hat die Lieferung eine ganze Woche gedauert, aber zu dem Zeitpunkt war es auch nicht sooo dringend ...


Das mit der Willensschwäche aus der Überschrift dürfte damit hinreichend belegt sein. Und außerdem lässt das nur einen Schluss zu: Ich muss dieses Jahr besonders brav gewesen sein ...

Und wo, fragt Ihr Euch, bleibt da die Willensstärke? Nun, ich habe es tatsächlich geschafft, meinem Vorsatz treu zu bleiben und nichts Neues anzufangen, nicht einmal einen winzigkleinen Probestrick. Statt dessen beschränke ich mich darauf, die Stränge nach und nach abzuwickeln und Pläne zu schmieden ...



Montag, 14. Dezember 2015

Ende gut, alles (mehr oder weniger) gut: Der 'Doodler'

Meine Leidensgeschichte rund um den 'Doodler' von Stephen West klang ja in verschiedenen Posts der letzten Wochen schon an. Rein stricktechnisch ist das Ding ja keine großer Herausforderung: Fast nur rechte Maschen. Lediglich der große Zopf an der Oberkante erfordert gegen Ende etwas Anstrengung, wegen der Vielzahl der Maschen.



Das Problem war die Farbwahl. Nachdem das ein Mystery KAL war, wusste man nicht, was am Ende dabei rauskommt. Meine ursprünglichen Farben habe ich schnell komplett verworfen, als beim ersten Clue die Farbe B nur aus den schmalen, sich wiederholenden Streifen bestand. Erst der vierte Versuch ergab einen akzeptablen Kontrast. Und für die dritte Farbe (die große Welle außenrum) fand sich auch nichts Passendes. Weder fand sich im nicht kleinen Fundus etwas, noch überzeugten die etwa sieben zusätzlich bestellten Lilatöne (bin gespannt, wann ich die alle verstricke ...).

Zwischenzeitlich hatte ich schon erwogen, das Mistding einfach aufzutrennen. Ehrlich gesagt ist das Einzige, was mich davon abgehalten hat, die Tatsache, dass Aufribbeln mühsamer gewesen wäre als fertig stricken, zumal ich sogar schon die Fäden vernäht hatte.

Am Donnerstag habe ich dann aus purer Verzweiflung   noch diesen Kombi-Cake von Lanartus gekauft:


Zwar fand ich, das die Farben in sich gar nicht so gut zusammenpassen, geschweige denn zu dem dunklen Lila vom halbfertigen Doodler, aber aus irgendeinem Grund sah die Kombination weniger irritierend aus, als alles, was ich zuvor versucht hatte. Zudem fand ich die Idee, die Welle mehrfarbig zu gestalten ganz gut, weil sie dadurch nicht gar so dominant erscheint. In die Reihe der Ärgernisse um dieses Tuch fügte sich dann noch ein, dass die Wolle zwar die bewährt gute Lanartus-Qualität hatte, aber vor Knoten nur so strotzte (was bei dem Preis, wie ich finde, nicht akzeptabel ist).

So sah's frisch von der Nadel (vor Waschen und Spannen) aus:


Mein Fazit: Gelegentlich wird sich das Ding schon tragen lassen, aber ans Herz wird mir der Doodler nicht mehr wachsen. Und: Sollte ich jemals wieder die Absicht kundtun, an einem MKAL teilzunehmen, bitte ich darum, mir einen kräftigen Schlag auf den Hinterkopf zu verabreichen.

Um Gerechtigkeit walten zu lassen: Wenn einem die Form und Konstruktion gefällt, kann man den Schal auch ansprechender gestalten. Neben vielen gewöhnungsbedürftigen und einigen komplett fürchterlichen Exemplaren sind bei Ravelry und Instagram auch viele zu besichtigen, die wirklich hübsch aussehen, etwa wenn die Farben Ton in Ton gehalten sind. Eine schöne Idee fand ich auch, den inneren Teil mit einem langen graduellen Farbverlauf zu stricken.

Das Kraus-Rechts-Gestrick führt natürlich dazu, dass sich das Teil nach dem Waschen beträchtlich ausdehnt. Ausnahmsweise habe ich diesmal daran gedacht, das Maßband auch vorher zu zücken:

Maße vor dem Waschen: Länge 1,25 cm, Höhe (an der breitesten Stelle) 52 cm
Maße nach dem Waschen: Länge 1,60 m, Höhe 70 cm

Und dann stellt sich natürlich auch noch die Frage: Lässt sich das Teil vernünftig stylen oder sollte man es besser zum Anstaunen an die Wand hängen? Wenn man es auf althergebrachte Weise um den Hals wickelt, geht der schöne Strahleneffekt des Mittelteil jedenfalls verloren:


Allenfalls unter Einsatz eines Pins (und wenn man sich im Laufe des Tages nicht allzu viel bewegt) lässt sich der Effekt etwas besser transportieren.



Die Anleitung gibt's hier (für alle die ich jetzt nicht komplett abgeschreckt habe).

Material: 
  • Farbe A: Fine Art von Rowan (45% Wolle 20% Mohair 25% Polyamid 10% Seide) LL 400 m / 100g, Farbe 304 (verwendet 90 g)
  • Farbe B: Meilenweit Merino von Lana Grossa (80% Wolle, 20% Polyamid), LL 420 m / 100 g, Farbe 2034 (verwendet 79 g)
  • Farbe C: Fine Merino Art von Lanartus (100% Wolle), LL 320 m / 100 g, Farbe 20 (verwendet 105 g)
Nadelstärke 3,5 mm


Sonntag, 13. Dezember 2015

Jetzt kann der Winter kommen (muss aber nicht!)

In all den Jahrzehnten die ich nun schon stricke, bin ich noch nie auf die Idee gekommen, einen Poncho anzufertigen. Zwar weckte der Anblick eines solchen stets nostalgische Erinnerungen an den jungen Clint Eastwood, aber das Bedürfnis selber einen zu tragen kam nie auf. In diesem Jahr konnte ich mich aber dem allgemeinen Hype nicht entziehen. Nachdem die Dinger überall allgegenwärtig waren, wollte ich plötzlich auch einen.

Und nun kann ich dem kommenden Winter grimmig entgegen schauen! (Bisher scheint's ja schon mal gut zu klappen, ihn abzuschrecken.)


Stricktechnisch war's denkbar einfach: Einfach ein Rechteck mit einem Loch in der Mitte.

Da ich grundsätzlich ziemlich voluminöse Handtaschen mit mir herumzuschleppen pflege, wollte ich ein leichtes, fluffiges Garn, um weiteres Gewicht möglichst gering zu halten. Da kam 'Vela' gerade recht. Strickvergnügen ist es allerdings keines, weil es ein unregelmäßiges Bändchen ist, das am (Kunststoff-)Faden hängt. Außerdem hatte ich schon länger ein Auge auf die 'Colorato Nodo' geworfen. (Wichtig ist hier der Zusatz 'Nodo', weil der für die unregelmäßigen Knötchen steht, die sich beim Stricken - vor allem bei linken Maschen - ergeben.)


Aus ökonomischen Gründen (sauteuer + geringe Lauflänge) kam allerdings nur in Frage, einzelne Akzente damit zu setzen.

Insgesamt stimmen die Proportionen für meinen Geschmack nicht ganz. Ich hätte den Poncho gern eine Spur länger und dafür weniger breit gehabt. Tragen tut er sich aber ganz wunderbar, ich bin voll und ganz bekehrt. Deshalb war das sicher nicht mein letzter und beim nächsten mache ich es besser!


Material:

für den Poncho:

  • 400 g Vela von Lana Grossa (10% Mohair, 10% Alpaca, 21% Schurwolle, 40% Polyamid, 19% Polyacryl), LL100 m / 50 g, Farbe 005
  • 100 g Vela von Lana Grossa (10% Mohair, 10% Alpaca, 21% Schurwolle, 40% Polyamid, 19% Polyacryl), LL100 m / 50 g, Farbe 011
  • 100g Colorato Nodo von Lana Grossa (90% Schurwolle, 10% Polyamid),, LL 110 m / 50 g, Farbe 108
für den Cowl:

    • 50 g Colorato Nodo von Lana Grossa (90% Schurwolle, 10% Polyamid),, LL 110 m / 50 g, Farbe 108
    • Reste von Vela in beiden Farben sowie von der Arioso von der petrolfarbenen Jacke
    Nadelstärke 7,0 mm



    Sonntag, 6. Dezember 2015

    Zackig

    Das neueste Werk ist so groß geworden, dass es eigentlich eher einem Poncho als einem Tuch gleicht. Das machte die Entscheidung, was ich mit der Abschlusskante machen sollte, dann letztlich etwas einfacher. Ich schwankte nämlich tagelang zwischen Fransen, Quasten oder gar nichts. Ich habe sogar die diversen Communities befragt, mit interessant widersprüchlichen Ergebnissen: Während die G+ Strickerinnen überwiegend der Meinung waren, da müsse nichts mehr dran (oder zu meiner zusätzlichen Verwirrung Perlen ins Spiel brachten), verlangten die Instagrammerinnen einstimmig nach Fransen oder Quasten.


    Das mit den Quasten ist ja so eine Sache. Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch dunkel daran, dass derlei Zierrat Großmutters Sofa, oder in Härtefällen auch deren Vorhänge schmückte. Aber irgendwann im letzten Jahrhundert schienen sie ausgestorben und fristeten allenfalls, an strategischen Stellen platziert, ein Nischendasein als Stripperinnen-Accessoire.


    Aber in diesem Jahr waren die Troddeln plötzlich wieder da. Ich habe das halbwegs amüsiert zur Kenntnis genommen und im Hinterkopf abgespeichert, dass man die vielleicht mal bei einem asymmetrischen Dreieck an die Ecken setzen könnte. Aber dann kam am Donnerstag im Stricktreff die Idee auf, dass man doch welche an die Spitzen dieses Tuchs machen könnte. Zunächst schreckte ich vor der Idee etwas zurück, weil mir 13 Quasten an einem einzigen Kleidungsstück doch etwas viel schienen.


    Ich habe dann probeweise eine angefertigt und als weitere Option auch noch ein Fransenbündel improvisiert. Danach fiel die Entscheidung dann leichter, denn ganz ohne sah plötzlich langweilig aus und die Fransen "a bisserl wieselhaarig" (für Bewohner jenseits des Weißwurstäquators: ömmelig).


    Zur Gesamtkonstruktion:
    Ich habe im Wesentlichen Garn Nr. 1 (Tosca Light) aus der Einkaufstüte gezerrt und Garn Nr 2 (Fleißiges Lieschen) aus dem Stash geholt und einfach losgelegt. Der ursprüngliche Plan, durchgängig Rauten zu machen, hatte sich nach der zweiten Rautenreihe erledigt, weil das durch die Zunahmen am Rand und in der Mitte mit der Maschenzahl nicht mehr aufging. Merke: Es wäre nicht schlecht, vorher mal den Taschenrechner zu Rate zu ziehen, ehe man sich blindem Aktionismus in die Arme wirft!

    Da zu dem Zeitpunkt schon rund 30 Zentimeter gestrickt waren, war Auftrennen keine Option. Ich beschloss also erst mal, geradeaus weiterzustricken und weitere Rauten am unteren Rand zu platzieren, diesmal nicht ohne vorher die ein oder andere Grundrechenart anzuwenden. Und gleichzeitig verfestigte sich die Idee, die Rauten ab der letzten Zunahme einzeln fertigzustricken. Das Ergebnis sind die schönen Zacken. Bonus: Kein Abketten nötig.

    Vorder- und Rückseite sehen hier - im Gegensatz zum Askews Me Schal deutlich unterschiedlich aus, was vermutlich daran liegt, dass die Wolle geringfügig dicker ist:

    Und außerdem gelobe ich hiermit, in diesem Jahr nichts Neues mehr anzufangen, sondern mich ausschließlich mit den zahlreichen UFOs zu beschäftigen, die hier noch rumliegen. Das sollte sich doch durchhalten lassen ...

    Garnverbrauch (ohne Quasten):

    • 130 g Tosca Light von Lang (55% Schurwolle, 45% Polyacryl), LL 400m / 100g, Farbe 777.0015
    • 100 g Fleißiges Lieschen Col. von AWV (75% Schurwolle, 25% Polyamid) LL 420m / 100g, Farbe 111
    • 65 g Cool Wool Big Melange von Lana Grossa (100% Schurwolle), LL 120 m / 50g, Farbe 318
    Nadelstärke: 4,0 mm

    Dienstag, 1. Dezember 2015

    Auf den Nadeln im Advent


    Nachdem draußen nun schließlich doch die jahreszeitbedingte Düsternis eingesetzt hat, habe ich mich kurzfristig entschlossen, wenigstens drinnen ein paar Glanzpunkte zu setzen (in Gestalt von goldenen Pailletten, die zwischen verschiedenen Seiden- und Silk-Mohairgarnen aufblitzen). Muss ich überhaupt sagen, dass das auch wieder ein Tuch wird? Halbrund und im Zickzackmuster, aber im Dezember nennen wir das natürlich sternförmig ;).


    Der November war in weiten Teilen davon geprägt, mich über den 'Doodler' im diesjährigen Westknits-MKAL zu ärgern. Der erste Clue gefiel mir noch ganz gut und eignete sich auch prima als Handtaschen-Projekt fürs gedankenlose Stricken unterwegs. Der monströse Zopf in kraus rechts war schon weniger nach meinem Geschmack, ließ sich aber wenigstens schnell erledigen. Mit dem dritten Clue, der dann Wellen in verkürzten Reihen an den Rand anfügen sollte, habe ich dann aufgegeben. Zum einen, weil ich keine passende dritte Farbe zur Ergänzung fand. Vor allem aber, weil mir die Gesamtkonstruktion immer weniger gefiel. Möglicherweise hat das Design ja auf dem Papier gut ausgesehen, aber mir erscheint es zu bemüht originell. Und außerdem war abzusehen, das das Ding nicht mal groß genug werden würde, um es vernünftig tragen zu können.


    In meiner Abneigung gegen Mystery-KALs bin ich damit voll bestätigt worden. Ich werde garantiert nichts mehr anfangen, von dem ich nicht vorher weiß, wie es aussehen wird (von eigenen Kreationsversuchen mal abgesehen ...).

    Da ich damit insgesamt doch ziemlich viel Zeit "verdoodelt" habe, fällt die Novemberausbeute diesmal sehr übersichtlich aus. Aber zumindest ist die petrolfarbene Jacke endlich fertig geworden, die monatelang mahnend in der Ecke lag. Und dann habe ich mich wieder mit Brioche vergnügt (nein, ein Ende ist noch nicht abzusehen). Nunmehr besitze ich also auch eine Miss B. in Normalgröße sowie eine große kuschelige Eigenkreation in Blau, die mir den Wintereinbruch etwas versüßt.


    Die weiteren Pläne für den Dezember beinhalten dann auch auf jeden Fall mehr Brioche! Aktuell auf den Nadeln ist ein etwas schlichteres Dreieckstuch aus Sockenwolle, weil ich keine Muße hatte, mir über Muster den Kopf zu zerbrechen: 


    Außerdem habe ich mich vom allgemeinen Poncho-Hype anstecken lassen und will jetzt auch einen! Und zwar in kuscheliger Übergröße, aber simpel in Schnitt und Muster. (Was im Bild zu sehen ist, ist die Bordüre am unteren Rand, der Rest wird glatt rechts in grau.) 



    Eigentlich wollte ich auch schon längst ein paar Hausschuhe filzen. Und fingerlose Handschuhe stricken. Man glaubt es kaum, aber davon besitze ich tatsächlich kein einziges Paar! Realistisch betrachtet glaube ich aber kaum, dass ich mich dazu aufraffen kann. Irgendwie kommt immer was Reizvolleres dazwischen. Na ja, macht nichts, gute Vorsätze sind ja erst im nächsten Monat fällig!

    Nun bin ich aber erst mal gespannt, was bei den anderen im Dezember auf den Nadeln ist ...



    Montag, 23. November 2015

    Die große Miss B.

    Der dritte Clue des Westknits-KALs gefällt mir noch weniger als der zweite, so dass ich das Projekt erst mal ruhen lasse. Zum Glück gibt's ja reichlich anderes Gestrick, das mein Herz erfreut. So habe ich übers Wochenende die zweite Miss B. - diesmal in regulärer Größe - vollendet.



    Ich kann mich immer noch nicht recht entscheiden, ob mir das zweifarbige Brioche besser in der luftig-leichten Mohair-Variante oder in der kuscheligen Sockengarn-Variante gefällt. Aber solange von beiden Garnqualitäten genügend rumliegt, muss ich das ja auch nicht...




    Material:
    • 30g Schulana Kid Seta (70% Mohair, 30% Seide), LL 210m / 25g, Farbe 93
    • 28g Silkhair Print von Lana Grossa (70% Mohair, 30% Seide), LL 400m / 50g, Farbe 312
    Nadelstärke 4,5 mm
    Anleitung: Miss B. aus Knitting Fresh Brioche von Nancy Marchant

    Donnerstag, 19. November 2015

    Endlich wieder was zum Anziehen

    Der Fortschritt an diesem Projekt bzw. der Mangel daran hatte sich in den letzten Wochen zum running gag im Strickzirkel entwickelt. Nach anfänglichem Enthusiasmus über das Modell aus dem Filati-Jubiläumsheft (Nr. 50) ging es nämlich mit der Herbstjacke gar nicht mehr so recht voran.



    Am Garn lag's nicht: Arioso von Lana Gossa ließ sich super verarbeiten und ist schön weich und leicht. (Einziges Ärgernis: es ist nur in typisch düsteren Winterfarben erhältlich, das Petrol war die einzige Farbe, deren Anblick nicht sofort Depressionen auslöste.)

    Vom Schnitt war ich ohnehin überzeugt: Raglanärmel und simples Rückenteil (beides glatt rechts) sowie große Rechtecke als Vorderteile, die durch die Raglanschrägung schön fallen.

    Das Problem war, ein passendes Muster für die Vorderteile zu finden. Das Rippenmuster vom Original gefiel mir nicht. Aber es sollte etwas sein, das auch auf der Rückseite halbwegs gut aussah, weil die sich durch den lässigen Schnitt unweigerlich dem kritischen Auge darbietet. Nach etwas fünf Versuchen bin ich dann bei dem einfachen Flechtmuster gelandet, aber zu dem Zeitpunkt hatte ich dann schon etwas das Interesse verloren, vor allem, weil sich das scheinbar endlos hinzog (die Maße für die Rechtecke (66,5 cm x 51 cm). Und das Muster an der unteren Kante, bei dem man ständig zwei Maschen verkreuzen musste, war auch schnell ziemlich nervig. Alles in allem ging es dann nur zentimeterweise voran, weil ich das Teil im Wesentlichen nur dann in die Hand nahm, wenn ich darüber nachgrübelte, was für ein Tuch ich als Nächstes stricken könnte. Zum Glück denke ich oft über Tücher nach, so dass ich schließlich doch Vollzug melden kann.




    Material:
    350g Arioso von Lana Grossa(48% Schurwolle, 30% Alpaka, 22% Polyamid), LL 240m / 50g
    Nadelstärke: 6,0

    Freitag, 13. November 2015

    Blaue Stunde

    Den zweiten Abschnitt beim Westknits-KAL finde ich jetzt nicht so sonderlich spannend (ein großer Zopf kraus rechts). Aber dafür bin ich höchst glücklich mit meinem neuen Brioche-Schal.


    Die eine Seite besteht aus Mille Colori Socks & Lace Lux (ll 400m / 100g) und die andere aus diversen blauen und grauen Resten von Sockenwolle und einem Rest Baby Alpaka Silk von Drops.





    Gestickt habe ich mit einer Rundnadel in Größe 3,75. Von dem Mille Colori habe ich genau ein Knäuel verbraucht, von den Resten rund 180g.

    Länge: 155 cm
    Höhe:  60 cm

    (Gemessen nach dem Waschen, ohne Spannen - das erschien mir nicht nötig.)






    Die einfache Brioche-Abfolge wurde unterbrochen von ein paar einfarbigen Reihen in kraus rechts. Und außerdem habe ich damit experimentiert, Brioche mit Zöpfen zu kombinieren. Das kommt auf der helleren Rückseite fast besser zur Geltung als auf der Vorderseite.


    Für den Abschluss hatte ich mir eine Rüsche in den Kopf gesetzt. Das hat das Happy End ein wenig hinausgezögert, weil dafür 40 Mal aus jeder achten Masche zwölf weitere herausgestrickt wurden. Das Abketten mit einem I-Cord hat mich fast eineinhalb Tage gekostet, hat sich aber, wie ich finde, voll gelohnt.


    Ich bin eigentlich gar kein großer Freund von Blau - jedenfalls für mich. Daher auch der dringende Wunsch, die Reste loszuwerden. Aber ich glaube, dieses Exemplar wird jetzt erst einmal mein neues Lieblingsteil werden.


    Und außerdem juckt es in den Fingern, sofort ein neues Tuch anzufangen, um mit weiteren Farben und Formen zu experimentieren. Aber ich versuche mich zu beherrschen und erst einmal die beiden bereits begonnenen zu vollenden, die ich nach Anleitung stricke. Obwohl selber entwerfen sooo viel mehr Spaß macht.












    Dienstag, 10. November 2015

    Zwischenbericht zum Westknits KAL 2015

    Obwohl ich wahrlich nicht noch ein weiteres angefangenes Projekt brauche, habe ich mich überreden lassen, beim diesjährigen Mystery Knit Along von Stephen West mitzumachen. Ich mag zwar eigentlich überhaupt keine MKALs, weil man dabei ja Geld für eine Anleitung ausgibt, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, wie das Endprodukt aussieht. Aber ich dachte mir, in diesem speziellen Fall wird es wohl keine Fehlinvestition sein, da der Junge ja zumindest immer mit originellen Formen aufwartet.

    Diesbezüglich wird man auch dieses Mal vermutlich nicht enttäuscht, denn das erste Teilstück (drei stehen noch aus) sieht schon mal recht vielversprechend aus:


    Darin sind auch schon knapp 100g Wolle (mit einer LL um 400m) verarbeitet, das fertige Tuch wird also eine gemütliche Größe haben!

    Allerdings fand ich zu Beginn gleich noch einen weiteren Grund, MKALs zu hassen: Wenn man nicht weiß, wie das Teil aussehen wird, ist es überaus schwierig, geeignete Farben auszuwählen. Die Vorgabe lautete: drei Farben, die sich deutlich unterscheiden, ein Strang darf gerne Multicolor sein. Da sich unter den Vorräten unbegreiflicherweise keine drei Farben gleicher Garnqualität fanden, die gut zusammen aussahen, musste ich dafür tatsächlich noch einkaufen gehen. Nur um dann nach Veröffentlichung des ersten Abschnitts festzustellen, dass mein Multicolor Garn absolut nicht funktionierte, weil von der zweiten Farbe nur dieser schmale Streifen gearbeitet wird, der völlig unterging.


    Die jetzige Variante ist somit eher eine Notlösung, die mich außerdem vor das Problem stellt, dass ich noch keine dritte Farbe gefunden habe, die gut dazu passt. Ein weiterer Besuch im Wollladen verlief diesbezüglich erfolglos - statt einer dritten Farbe habe ich einen Sack Wolle für einen Poncho heimgeschleppt...


    Falls also jemand eine Eingebung hat, was zu dem Rot und Grau/Aubergine gut aussehen könnte, lasst es mich wissen, ich bin für jede Idee dankbar...

    Sonntag, 1. November 2015

    Auf den Nadeln im November


    Diesmal bin ich beim Monatsrückblick fast ein wenig erschrocken darüber, was ich alles fabriziert habe. Sieht ja beinahe so aus, als ob ich sonst nichts zu tun habe! Aber zur Beruhigung: Drei der Teile waren ja Anfang Oktober schon recht weit fortgeschritten. Und die petrolfarbene Jacke ist immer noch nicht fertig.


    Das liegt vor allem daran, das ich mich aktuell inmitten einer ausgeprägten Brioche-Obsession befinde. Nachdem Willow fertig war, habe ich mich sofort auf Miss B. gestürzt. Und zum Monatsende den im Vergleich dazu recht langweilig zu strickenden Askews Me Shawl nachgeschoben. Und dabei entdeckt, dass man damit prima Wollreste loswerden kann.

    Auf der To-Do-Liste für November steht immer noch die leidige Jacke; langsam sind die Temperaturen ja so, dass man die gut brauchen könnte. Aber hauptsächlich sehe ich jede Menge zweifarbiges Patent in meiner unmittelbaren Zukunft. Angeschlagen sind:

    • Noch eine Miss B., die diesmal etwas größer werden soll:

    • Ein weiteres Muster aus Nancy Marchants Buch, als Schal verarbeitet:

    • Und ein Freistil-Projekt ohne Anleitung, das ein halbrundes Tuch werden soll, wenn es groß ist und mit dem ich jede Menge blaue Wollreste loszuwerden gedenke:

    Zweifellos brauche ich auch noch irgend ein schlichtes Projekt, für die Zeiten, in denen mir nicht nach Zählen zumute ist, aber da bin ich noch etwas unschlüssig. Da ich mir vorerst eine strikte Garndiät verordnet habe (schon zehn Tage durchgehalten!) muss ich mal sehen, was die Bestände so hergeben... Vielleicht finde ich ja etwas Inspiration bei Maschenfein.


    Dienstag, 27. Oktober 2015

    Ja, ich auch - Askews Me by Stephen West


    Gefühlt die Hälfte meines Streams bei Instagram war den Sommer über voll mit Lobeshymnen auf den Askews Me Shawl von Stephen West. Ich habe mir das Teil bei Ravelry wieder und wieder angeschaut und den Hype nicht recht verstanden. Umso weniger, nachdem ich mich in Nancy Merchants weit komplexere Muster verguckt hatte. Aber nachdem ich immer mal nach einer Gelegenheit suche, überschüssige Wollreste loszuwerden, beschloss ich doch, einen Versuch zu starten.




    Die Grundkonstruktion des Askews Me ist denkbar einfach: Ein asymmetrisches Dreieck mit genau zwei Richtungswechseln (einer entsteht durch Zunahme, einer durch Abnahme). Rein stricktechnisch also keine große Herausforderung.


    Seinen Charme entwickelt das Modell durch das Zusammenspiel verschiedener Farben. Ich habe bei meinem Exemplar eigentlich fast nur Farben verwendet, für die ich sonst absolut keine Verwendung habe und bei denen ich mich ernsthaft gefragt habe, wieso ich die jemals angeschafft hatte. Stellenweise war ich mir auch gar nicht sicher, ob die so unbedingt zusammenpassen. Aber das Endergebnis sieht dennoch interessant aus, und je nach Wickeltechnik auch immer wieder anders.


    Der Unterschied zwischen der dunkleren Vorderseite und der helleren Rückseite ist nach dem Waschen allerdings kaum noch zu erkennen, weil sich das Gewebe erheblich ausdehnt. Gespannt habe ich den Schal diesmal nicht. Allerdings habe ich den Trocknungsprozess etwas mit dem Bügeleisen beschleunigt, weil ich gar zu ungeduldig war!


    Man kriegt jedenfalls sofort nach Fertigstellung Lust, gleich den nächsten anzuschlagen, um weitere wilde Farbkombinationen auszuprobieren und die Restekiste noch mehr zu erleichtern. Allerdings kann man das Ganze wahrscheinlich genauso gut als regelmäßiges Dreieck stricken. Denn die Anleitung finde ich persönlich mit über 7$ etwas zu teuer. So viel gebe ich eigentlich sonst nur für anspruchsvollere Muster aus.


    Material: diverse Reste von Sockenwolle (LL ca. 400m/100g). Gesamtgewicht 270g.
    Nadelstärke: 4,0.



    Verlinkt mit Stricklust und Link Your Stuff..

    Sonntag, 25. Oktober 2015

    Herbstspitzen

    Meine derzeitige Brioche-Obsession wurde kurz durch einen heftigen Anfall von Pflichtbewusstsein unterbrochen und ich habe endlich diese Altlast fertiggestellt. Sobald das Ding in Kontakt mit Wasser kam, ist es auf fast die doppelte Größe angewachsen! Aber hey, ich beklage mich nicht, für mich können Tücher nicht groß genug sein.



    Die Grundkonstruktion ist wieder ein kraus rechts gestrickter Shetland Hap, aber ich wollte zur Abwechslung mal eine quer gestrickte Lace-Borte anfügen. Mit dem Endergebnis bin ich ganz zufrieden, aber es hat ewig gedauert! Und hunderte von Malen die gleichen 20 Maschen zu wiederholen wurde ziemlich bald auch recht öde.



    Gestrickt ist das Ganze mit 3,5er Nadeln. Zur Wolle (150g) kann ich nichts Näheres mehr sagen, aber die lag so lange bei mir im Regal, dass sie ziemlich sicher ohnehin nicht mehr erhältlich ist. Die Spitze ist aus einfacher Sockenwolle.



    Jetzt werde ich mich aber sofort wieder ins Patent-Vergnügen stürzen. Und brav noch ein paar vorhandene Wollvorräte aufbrauchen.