Samstag, 31. Dezember 2016

Jahresbilanz 2016

In diesem Jahr verzichte ich darauf, die gesammelten Strickwerke für einen gemeinsamen Fototermin aus dem Schrank zu zerren. Das war letztes Jahr zu verstörend. Statt dessen gibt's die 'Best Nine' von Instagram und eine nüchterne Auflistung.


Der 'Linientreu' von Anfang des Jahres hat es so grade noch in die Auswahl geschafft. Dafür ist 'Fire in the Sky' gleich vier Mal vertreten - das Farbspektakel war wohl besonders unwiderstehlich. Der Rest sind Fremdanleitungen, die ebenfalls entweder wegen der Farbe (der Entrelac-Schal) oder wegen der Form (Nautilus und Zoom Out Mittens) besonders gut gefallen haben - offenbar nicht nur mir.

Zu meinen persönlichen Lieblingen gehören aber auf jeden Fall auch noch die da:



Weil ich dieses Jahr zum ersten Mal so diszipliniert war, meine fertiggestellten Projekte bei Knitmeter einzutragen, ist es auch viel einfacher, den Überblick zu behalten. Die Gesamtliste ist dann allerdings doch wieder verblüffend:


  • 31 Tücher
  •  5 Paar Handstulpen
  •  4 Schals
  •  3 Ponchos
  •  2 Tops / Pullis
  •  2 Jacken
  •  2 Shrugs
  •  1 Handtasche
Macht summa summarum 43.732 Meter verstricktes Garn (und kärgliche 1.666 Meter verhäkeltes).



Mittwoch, 28. Dezember 2016

Nix wie Kleinkram


Der Vorsatz, bis zum Jahresende das WIP-Kontingent etwas zu vermindern, ließ sich leider nicht so ganz durchhalten. Zum einen, weil irgendwie weniger Strickzeit als sonst übrig blieb (obwohl sich die Glühwein-Besäufnisse in Grenzen hielten). Und zum anderen, weil ich mich ständig ablenken ließ - durch die verführerischen Kleinteile von Sybil.



Nach Pieces of Eight und Zoom out waren die etwas einfacheren aber trotzdem reizvollen Exemplare mit verkürzten Reihen dran, die ich gleich in dreifacher Variation gefertigt habe.


Ist immer noch sehr vergnüglich und es kann durchaus sein, dass die größeren Baustellen noch etwas länger Winterpause haben ...





Garn: Reste aller Art, pro Paar rund 30 g

Anleitungen gibt's hier:
Short Wave Mitts
Mixed Wave Mitts

Sonntag, 11. Dezember 2016

Die coolsten Stulpen aller Zeiten!

Da ich grade gar nicht in der Stimmung bin, mir selber was auszudenken (und den WIP-Stapel wohlweislich ignoriere), erfreue ich mich weiterhin an Sybils wunderbaren Kreationen. Die Zoom Out Gloves finde ich bislang die absolute Krönung, denn sie werden sage und schreibe in einem Stück (ohne Zusammennähen) gestrickt. Eine uneimlich geniale Konstruktion und wie geschaffen für gestreiftes Garn!


Für ein derart überzeugendes Ergebnis überwinde ich sogar meine Abneigung gegen Nadelspiele und kleine Nadelstärken (es ginge auch mit der Rundnadel, aber ich glaube, so eine kleine Größe hab ich gar nicht).


Das ist doch fast schon moderne Kunst, oder? Ich mag sie gar nicht mehr ausziehen und habe mir zur Feier des Tages sogar die Nägel lackiert ...





AnleitungZoom out fingerless gloves (es gibt dort auch einen Verweis auf die deutsche Übersetzung)

Garn: ca. 30 g Sockenwolle aus der ALDI-Aktion von vor zwei Jahren, weil ich wirklich nirgends an Wolle vorbeigehen kann ...

Nadelstärke: 2,5 mm

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Verspäteter Herbstfarbenrausch


So, das Entrelac-Experiment wäre auch abgeschlossen. Ich fand die Optik ja schon seit den 80er Jahren faszinierend, aber die Pullis, für die es seinerzeit Anleitungen gab, sahen für meinen Geschmack doch zu sehr nach Harlekin-Kostümen aus. Deshalb habe ich es immer wieder hinausgeschoben, mal herauszufinden, wie diese aneinandergereihten Ecken eigentlich funktionieren. Bis jetzt.



Die Neugier ist jetzt befriedigt. Es funktioniert erstaunlich einfach. Allerdings ist es wohl am besten, damit nur rechteckige Stücke zu stricken, denn fließende Zunahmen (ohne Ecken) lassen sich nur sehr allmählich realisieren. Obwohl ich fast zwei Zauberbälle verarbeitet habe, ist das Ergebnis immer noch eher ein Schal als ein vernünftiges Dreieckstuch. Mal sehen, welche Stylingmöglichkeiten das sehr langgezogene Dreieck letztendlich bietet.



Wenn ich von etwas noch gar keine Ahnung habe, greife ich doch ganz gern mal zu einer Anleitung. Die war verständlich und nachvollziehbar, nicht zuletzt wegen der hilfreichen Illustrationen. Und an die habe ich mich auch brav gehalten; lediglich die umhäkelte Kante war im Original nicht vorgesehen. Obwohl das Grundprinzip recht schnell klar war, wurde das Gestrick nicht langweilig, was wahrscheinlich einmal mehr den Zauberbällchen zu verdanken ist, denn die ständigen Farbwechsel waren wie immer ein Augenschmaus.


Der plastische Flecht-Effekt (hier Vorder- und Rückseite während des Strickens) verliert sich nach dem Waschen natürlich sehr, obwohl ich auf Spannen wohlweislich verzichtet hatte. Ein komplettes Entrelac-Teil werde ich wohl so schnell nicht mehr stricken. Aber ich könnte mir gut vorstellen, die Technik mal als Effekt in Teilstücken einzubauen. Vor allem, weil ja nichts dagegen spricht, andere Muster als nur glatt rechts zu verwenden, oder?


Ehe ich's wieder vergesse: das zeige ich auch noch bei Ruths Blogparty.

Anleitung: 'Christine Entrelac Shawl' von Heather Boos

Garn:
  • 200 g Schoppel Zauberball Crazy (75% Schurwolle, 25% Polyamid), LL 420 m / 100 g, Farbe 2092 ("Schokoladenseite")
  • rostfarbenes Sockengarn zum Umhäkeln
Nadelstärke 3,5 mm

Samstag, 3. Dezember 2016

Man reiche mir eine Panflöte ...


... dann kann ich mit diesem Outfit vielleicht in der Fußgängerzone mein Einkommen etwas aufbessern. (Gesang wäre in meinem Fall eher kontraproduktiv.) Mosaikmuster verströmen ja fast immer so eine Ethno-Anmutung und die Farben tun in diesem Fall ihr Übriges.


Als ich das Tuch begonnen habe, wusste ich allerdings noch nicht, wie es enden würde. Ich wollte etwas Kuscheliges in Baby Akpaka, das sich gut wickeln lässt und habe daher eine neue Form ausprobiert. Statt eines Dreiecks ein halbes Hexagon, mit langgezogenen Seiten. In Gänze sieht das so aus:


Die Form kommt mir sehr entgegen: Der Effekt ist fast wie bei einem halbunden Tuch, aber ohne dass man sich den Kopf zerbrechen muss, wie man Muster und Zunahmen zusammenbringt.
Durch die Mosaik-Muster ist es dann allerdings insgesamt etwas größer geworden, als ich das ursprünglich vorhatte, dabei habe ich gar nicht alle untergebracht, die ich wollte, weil ich damit enden wollte, die Farbstreifen noch einmal in umgekehrter Reihenfolge wie oben zu wiederholen.. Zum Vergleich: das ursprüngliche Konzept und das endgültige Resultat:



Aber das mit dem Einwickeln klappt ganz hervorragend! In der Form werde ich sicher noch öfter was machen, auch wenn sich die rund 600 Maschen gegen Ende ganz schön zogen ...


P.S.: Auf mehrfachen Wunsch noch ein Bild von der Rückseite:



Maße: 280 x 74 cm

Garn:
Lang Baby Alpaca (100% Baby Alpaca), LL 170 m / 50 g, jeweils
  • 230 g in Farbe 168 (schwarzbraun),
  • 18 g in Farbe 060 (rot)
  • 40 g in Farbe 059 (dunkelorange)
  • 45 g in Farbe 159 (orange)
  • 20 g in Farbe 094 (offwhite)
Drops Fabel (75% Wolle, 25% Polyamid), LL 205 m / 50 g, jeweils
  • 30 g in Farbe 110 (rost)
  • 23 g in Farbe 111 (senf)
Nadelstärke: 3,75 mm

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Auf den Nadeln im Dezember

Ich scheine das mit der richtigen Jahreszeit nicht so recht auf die Reihe zu kriegen. Denn bei mir liegen überall bunte Projektnester herum, die jeden Osterhasen vor Neid erblassen lassen würden. So langsam wird es eventuell doch einmal Zeit für einen guten Vorsatz, der dann wohl lauten müsste: Die Anzahl der WIPs wenigstens wieder dem einstelligen Bereich anzunähern. Denn im Moment ist dies - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - der Stand der Dinge:


Zugegeben, da ist das ein oder andere dabei, das vielleicht ohnehin wieder aufgeribbelt wird. Denn das ist das Problem, wenn man ohne Anleitung strickt: Man hat den Schatten einer Idee, die sich dann eventuell nicht als tragfähig erweist. Oder die Inspiration versiegt irgendwo im Mittelteil ... Aber darunter befinden sich auf einige langweilige Fleißarbeiten, für die es eindeutig an Fleiß mangelt.

Relativ zuversichtlich für ein bevorstehendes Ende bin ich nur bei zwei Sachen: Zum einen der Entrelac-Versuch, der zwar mittlerweile auch in die Kategorie Fleißarbeit gehört, aber wenigstens durch die Farbwechsel nicht langweilig wird:


Und zum anderen etwas Neues, das letzten Monat noch gar nicht geplant war und nur auf die Nadeln rückte, weil das andere Herbstfarbenprojekt wegen eines Garn-Engpasses unfreiwillig pausieren musste. Weil das grau-rosa Mosaik (ganz oben im Chaos-Bild) mir so viel Spaß machte, aber an einer Stelle angelangt war, wo ich nicht mehr so recht wusste, wie es weitergehen soll, wollte ich gleich noch ein paar komplexere Mosaik-Muster ausprobieren. Und hier ist (schon wegen der bisher erreichten Größe) absehbar, dass sich das problemlos beenden lässt.


Falls sich nicht noch eine Jahrhundertidee aufdrängt, werde ich es aber diesen Monat ruhig angehen und nichts Neues mehr anfangen. Zu tun ist ja - siehe oben - auch so genug!

***
Und damit wären wir auch schon beim Rückblick. Das Highlight des vergangenen Monats war natürlich, dass das Langzeit-Lacetuch endlich fertig wurde. Spaßprojekte waren die Handstulpen, vor allem natürlich die Pieces of Eight. Und die Kategorie Fleiß wurde durch den Poncho und die Referenz an die Addams Family abgedeckt.


Zwischendurch war ich allerdings eifrig damit beschäftigt, beim "Fire in the Sky"-KAL nach dem Rechten zu sehen. Da tummelten sich sogar ein paar ganz Mutige, die vorher noch keine Brioche-Erfahrung hatten. Und die Ergebnisse können sich durchweg sehen lassen. Hier (im Uhrzeigersinn, beginnend mit der Cowl-Variante) ein paar Kostproben von Piepsi, maennerstrick, Sebenia, subala28 und heti78, die das Teil gleich zweimal gestrickt hat:








Montag, 28. November 2016

Morticia

"Gehst Du die Addams Family besuchen?" fragten die Mädels bei Wolle & Schönes als ich mich neulich mit einer größeren Menge Garn in schwarz, violett und dunkelviolett eindeckte. Damit stand der Name für das Projekt schon fest, ehe ich es begonnen hatte. Nachdem ich festgestellt hatte, dass kaum eines meiner Tücher für Minustemperaturen geeignet ist, war mir nach einer schnellen Wärmequelle zumute. Deshalb dieses simple asymmetrische Dreieck in kraus rechts (mit ein paar Lochreihen dazwischen gegen übergroße Langeweile).



Garn:
  • 350 g Lana Grossa Ragazza Twist Lux (78% Schurwolle, 18% Polyamid, 4% Polyester), LL 100 m / 50 g, Farbe 102
Nadelstärke 6,0 mm

Dienstag, 22. November 2016

Pieces of Eight


Mein halbherziger Vorsatz, doch endlich mal was von Sybil R. nachzustricken, erhielt unerwarteten Auftrieb, als Frau Fadenkram vorschlug, doch einen Mini-KAL zu starten. Ich wollte ja unbedingt die 'Pieces of Eight' probieren, weil mir beim bloßen Hinsehen völlig schleierhaft war, wie man da die Kurven kriegen sollte.



Ich hatte mit einigem Kopfzerbrechen gerechnet, aber es stellte sich heraus, dass die größte Hürde vor dem Anstricken lag: Ich musste nämlich eine ganze Weile suchen, bis ich ein vollständiges Nadelspiel in Größe 3,0 beisammen hatte. Aus unerfindlichen Gründen fanden sich massenhaft 2,5er (mit denen ich garantiert noch nie gestrickt habe) und sogar welche in 2,0 mm (die ich meines Wissens vorher noch nicht einmal gesehen habe). Aber schließlich hatte ich genug Nadeln (wenn auch in unterschiedlichen Längen) versammelt und es konnte losgehen:


Unter gelegentlichem Kopfkratzen und nachdem ich mich zu der Erkenntnis durchgerungen hatte, dass es wirklich am besten ist, nicht selber zu denken, sondern einfach brav zu tun, was da steht, ging es dann überraschend flott und Samstagnacht war der erste auch schon fertig, bei mir ebenso wie bei Regina.

Zum zweiten habe ich mich dann am Montag durchgerungen, Allerdings hatte ich Probleme damit zu verstehen, wie das mit der seitenverkehrten Anordnung funktionieren sollte. Und das Strickbild, das durch das Kraus-Rechts-Gestrick ohnehin schon sehr unruhig wirkt, hat sich nach dem Waschen eher noch verschlimmert; die vielen Zu- und Abnahmen haben doch deutliche Spuren hinterlassen. Ich glaube also nicht, dass ich die häufig tragen werde, aber es war zumindest ein interessantes Experiment.




Garn:
  • 35 g Lana Grossa Meilenweit Bali (80% Wolle, 20% Polyamid), LL 420 m / 100 g, Farbe 3206.
  • Zum Umhäkeln: ein Rest Lana Grossa Meilenweit (80% Wolle, 20% Polyamid), LL 210 m / 100 g, Farbe 1282.
Anleitung siehe oben. Eine - ebenfalls kostenlose - deutsche Übersetzung gibt es hier.

Donnerstag, 17. November 2016

Kleine Lustobjekte

Mit Handschuhen und mir ist das so eine Sache: Als abgehärtete Ex-Gebirgsbewohnerin trage ich die nicht, folglich sehe ich eigentlich auch keine Notwendigkeit, welche zu stricken. Aber wenn man dann so durchs Internet blättert (z.B. bei Pinterest) sieht man so viele von den bunten Dingern, dass sich irgendwann ein "Will ich auch!"-Gefühl einstellt. Und schließlich: Die Tatsache, dass ich etwas "eigentlich" nicht brauche, hält mich sonst ja auch nicht davon ab, es zu stricken. Siehe die stetig wachsende Tüchersammlung ... Tücher habe ich übrigens auch nicht getragen, ehe ich mit der Massenproduktion begonnen habe (wenn man von den bedruckten Indien-Dingern in den 70er Jahren mal absieht).

Besonders attraktiv finde ich ja die kleinen Fair-Isle-Kunstwerke, über die man häufig stolpert:



Und dann sind da die "tierischen" Porträts von Natalia Moreva.


Nicht nur die, sondern fast alle Handschuhe von ihr sind der reinste Augenschmaus. Geht unbedingt mal gucken! Und die von Jorid Linvik sind auch nicht übel ...

Das könnte auch so ungefähr das Maß an Fair-Isle-Strickerei sein, dass ich gerade noch ertrage, ehe es beginnt, mich anzuöden. Es gibt ja sogar ganz hübsche kostenlose Anleitungen zum Üben: Chrysanthemums und Sea Mineral Mittens zum Beispiel.

Erst mal wollte ich allerdings schlicht anfangen. Und fingerlos - als Kompromiss zwischen gar keinen Handschuhen und ein bisschen welchen. Das Grundprinzip ist ja nicht schwierig: Man strickt den langweiligen Teil von Socken und fummelt dann einfach ein paar Maschen für den Daumen hinzu. Kaum hatte ich begonnen, fielen mir allerdings noch zwei weitere Sachen ein, die mich ebenso schnell anöden wie Fair Isle: a) Das Gewerkel mit dem Nadelspiel und/oder Magic Loop. Ich kann mich ganz schwer entscheiden, welches von beiden mehr nervt. Und b) die Tatsache, dass man zweimal das Gleiche stricken muss!

Egal. Ich habe mich durchgerungen und aus den zahlreich vorhandenen Resten vom Vitamin D zwei Schläuche gestrickt (und konnte dabei gleich noch zwei Knöpfe unterbringen). Der zweite hat sich ganz schön hingezogen (siehe oben unter b), aber das Ergebnis ist ok, wenn auch, nicht zuletzt wegen der dicken Wolle, keineswegs kunstvoll.


Allerdings ist für die diversen Anödungs-Faktoren möglicherweise eine Lösung in Sicht. Denn da gibt's ja auch noch die höchst innovativen Konstruktionen von Sybil R., ausgiebig zu bewundern auf ihrem Blog 'Knitting and so on'. Das ist ohnehin einer meiner Lieblingsblogs, weil Sybil Spezialistin für ausgefallene und höchst kreative Herangehensweisen ist. So auch bei den fingerlosen Handschuhen: Da kommt nur in Ausnahmefällen mal ein Nadelspiel zum Zug und es wird mit mitnichten schnöde in der Runde gestrickt. Statt dessen geht es quer (Mixed-wave-mitts und Short-wave-mitts), diagonal (Winding-mitts) oder es wird schon mal am Daumen begonnen (Zimtsterne und Pieces-of-Eight), oder irgendwo (Zoom-out). Und dann ist da noch die hübsche Idee, die Verzierung einfach drüberzuhäkeln (Serpentina-mitts).

Sind die nicht toll? Ich glaube, eines der Modelle mit verkürzten Reihen sehe ich in meiner nahen Zukunft ...

Montag, 14. November 2016

Garden Variety

Nicht dass hier wieder das Gerücht aufkommt, ich würde so schnell stricken: Dieses Tuch hat fast sechs Monate gebraucht, bis es endlich fertig war. Ich stricke zwar ganz gern Lacemuster, aber sie erfordern doch eine gewisse Konzentration, nach der mir nicht immer zumute ist. Und dann musste ich mir nach jedem Abschnitt überlegen, welches Muster ich als nächstes machen könnte.



Denn ich wollte zu den unterschiedlichen Grüntönen verschiedene Blattmuster versammeln, aber nicht unbedingt nur solche, die man schon hundertmal gestrickt hat.

"Irgendwas mit Blättern" stand gleich fest, als ich das Garn im April gekauft hatte. Das war im Übrigen meine Premiere mit Holst Supersoft. Das Garn fühlt sich ja im Rohzustand furchtbar steif an. Eine Strickerin bei Ravelry hat es uncharmant als "Paketschnur" bezeichnet. So weit würde ich nicht gehen, aber es ist schon eine rauhe Angelegenheit. Das kommt daher, weil noch reichlich Spinnöl drin ist (und so riecht es auch). Allerdings wurde allerorts berichtet, dass sich das beim Waschen löst und das fertige Strickwerk wunderbar weich würde.


Das hat sich zum Glück auch bestätigt, obwohl ich auf die häufig empfohlene Rosskur (kochendes Wasser + Spülmittel) verzichtet habe. Reguläres Buntwaschnittel und handwarmes Wasser haben auch schon dazu geführt, dass sich die Fasern deutlich aufgeplustert haben.(In den Nahaufnahmen kann man das halbwegs erkennen.) "Supersoft" ist zwar dennoch eine gelinde Übertreibung, aber das Gestrick ist auf jeden Fall weich genug, dass ich mich wahrscheinlich noch öfter von den berauschenden Farbschattierungen (120 verschiedene!!) verführen lassen werde ...




Maße: 255 x 72 cm

Garn:

  • 200 g Holst Supersoft (100% Shetlandgarn), LL 575 m / 100 g, verwendet  ca. 60 g der Farbe 'Clover Leaf', je ca, 40 g in 'Kingfisher' 'Sage Blue' und 'Almond' und 20 g in 'Willow' 
Nadelstärke 3,75 mm

Dienstag, 8. November 2016

Fighting November

Für die ersten Novembertage hat sich der neueste Poncho in der Sammlung prächtig bewährt, aber dem reichlich frühen und überraschenden Wintereinbruch kann er dann doch nicht trotzen.


Dann muss er eben inzwischen in den Innenräumen als Pulloverersatz herhalten. Das Garn hat gerade für eine Länge gereicht, die noch genügend Bewegungsfreiheit lässt (incl. Kragen 76 cm an den Zopfkanten, 66 cm an den geraden Flächen). Und da die Acrylmischungen von 100 Farbspiele auch nach dem Waschen keinen Millimeter nachgeben, ändert sich daran auch nichts mehr.

Entstanden ist das Teil eigentlich nur, um einen der neu erstandenen Knöpfe gut in Szene zu setzen. Entsprechend habe ich den Kragen zuerst gestrickt mit einer I-Cord-Schlinge als Verschluss.


Der Rest war eine reine Geduldsprobe, mit ein paar eingestreuten Strukturmustern gegen die Langeweile. Der Farbverlauf  ist, wie immer bei den Farbspielen, perfekt, ohne dass sich explizite Streifen ergeben. Die sechs gefachten Fäden erfordern allerdings größere Sorgfalt beim Stricken als die Vierfachgarne.



Garn:

Nadelstärke 4,5 mm

Verlinkt bei Creadienstag und den DienstagsDingen. Und gerne auch bei HäkelLine.

Dienstag, 1. November 2016

Auf den Nadeln im November


Zwei Pflichtprojekte und zwei Lustprojekte - das ist die Bilanz für Oktober. Die Jacke und das Streifentuch waren der Beitrag zum Stashabbau. Wegen umfangreicher Neuanschaffungen ist die Haben-Seite allerdings trotzdem kräftig gewachsen ...

Wahrend das Tuch noch bis zum nächsten Frühling auf seinen Einsatz wartet, hat die Jacke schon gute Dienste geleistet.


Bei den Lustprojekten war natürlich Brioche involviert - was auch sonst. Das ursprüngliche Tuch war mir eine Spur zu klein und hat außerdem so viel Spaß gemacht, dass ich es gleich nochmal gestrickt habe. Es hat sich herausgestellt, dass ein paar Andere an dem Spaß teilhaben wollten, deshalb gibt's dazu jetzt einen KAL.









Als ich das ein oder andere neu angeschlagen hatte, stellte ich fest, dass sich die Farbpalette novembergemäß zwischen grau und düster bewegte. (Im Uhrzeigersinn: das vorne wird ein Poncho, daneben mein erster Versuch mit fingerlosen Handschuhen, und zwei Tücher. Das eine wird farblos bleiben, das entwickelt sich nur von schwarz zu grau. Das andere kriegt ein paar schöne Grüntöne zur Gesellschaft, sobald ich eine zündende Idee für ein Muster habe.)

Zur Stimmungsaufhellung habe ich deshalb vorerst noch einen knallroten Schalanfang aus dem letzten Winter ans Tageslicht gezerrt, aber ich fürchte, das wird nicht reichen. Ich brauche in dieser Jahreszeit eindeutig mehr Farbe!





Zumindest der künftige Poncho entwickelt sich mittlerweile schon in Richtung Farbfernsehen:



Aber langsam ... Warum vergesse ich nur immer, dass ein Poncho vom Umfang her ja ungefähr zwei Tüchern entspricht? Mit entsprechend wachsender Maschenzahl. Trotzdem: der sollte im November fertig werden.

Wegen all der Düsternis bin ich letzte Woche im Laden auch gleich auf diesen Herbstklumpen angesprungen. Und erst zu Hause fiel mir auf, dass die Farben ja fast die gleichen sind wie bei der gerade fertiggestellten Jacke:


Macht aber nix, da werde ich wohl dranbleiben. Und darüber hinaus sollte ich wohl endlich einmal das ein oder andere UFO zur Landung bringen, ehe ich noch mehr Neues anfange.

Eine "Hausaufgabe" habe ich mir für den kommenden Monat allerdings noch gestellt: Ich will mir ernsthafte Gedanken machen, was ich denn mit diesem schönen Knopfpaar anfangen könnte:


Die stammen aus dem Großeinkauf vom Wollmarkt Anfang des Monats. Die Farbkombination stellt schon eine gewisse Herausforderung dar; ich würde das Rot und das Grün so eigentlich nicht zusammen verwenden. Aber ich will auch nicht die "Weichei-Lösung" wählen und die beiden als Eyecatcher auf was einfarbig Schwarzem platzieren. Die Dinger sind auch relativ groß (8 cm Längsdurchmesser), die Überlegungen sollten dann wohl noch mal in Richtung Jacke gehen ... Vielleicht hat ja jemand aus dem Kreativkollektiv bei "auf den Nadeln" noch eine gute Idee?

Ach ja, und da sich das Jahr überraschenderweise schon wieder dem Ende zuzuneigen scheint, wird es höchste Zeit, einen Vorsatz von Jahresanfang umzusetzen. Ich hatte mir ja vorgenommen, dieses Jahr Entrelac zu lernen. Anders als beim zweifarbigen Brioche ist die Motivation allerdings nicht allzu groß, denn die Möglichkeiten sind dabei ja wohl relativ begrenzt, oder? Ich meine, es sind aneinandergesetzte Vierecke, die ein Flechtmuster ergeben, schön und gut, aber das ist es dann auch schon, oder entgeht mir da was? Egal, wenigstens einmal sollte man das wohl ausprobieren. Das folgende soll einmal ein Tuch werden, wenn es groß ist ...



Montag, 24. Oktober 2016

Twinkle in the Sky


Ich konnte nicht an mich halten und musste nach dem Fire in the Sky sofort eine größere Variante des selben Tuchs anschlagen. Wobei ich die "faule" Lösung gewählt habe: statt bedeutend mehr zu stricken, habe ich einfach dickeres Garn genommen.


Das lieferte auch gleich die perfekte Ausrede, gleich mal was mit dem neuen Schoppel-Garn (Gradient) zu machen, das einen schönen langen Farbverlauf und einen matten Glanz aufweist. Das Pailettengarn war ein Ausverkaufs-Schnäppchen aus dem Stash, das nicht ganz gereicht hat, deshalb musste ich am oberen Ende noch was farblich Passendes dazumogeln. Fällt aber kein bisschen auf.

Bei Nummer zwei habe ich einen Mustersatz (= acht Reihen) mehr gestrickt und wegen der Proportion noch vier Reihen mehr bei der Umrandung. Das Endprodukt ist gut ein Drittel größer als das Original und hat damit die von mir bevorzugte Kuschelgröße.


Die Anleitung habe ich für meine Verhältnisse flink geschrieben, zwei Teststrickerinnen haben sich auch schon erbarmt. Und weil in meiner Lieblingsgruppe bei Ravelry (Fadenstille Strickromantik) sofort Rufe nach einem KAL laut wurden, gibt's den dort auch (ohne zeitliche Begrenzung). Wer mag, kann sich gerne  anschließen, man muss dazu kein Gruppenmitglied sein. Auf die Anleitung gibt's für die kommenden zwei Wochen 20 Prozent Rabatt.




Maße: 210 x 90 cm

Garn:

  • 260 g Schoppel Gradient (100% Merino), LL 260 m / 100 g, Farbe 2257 (Zone Aquatique)
  • 250 g Lana Grossa Opera (65% Baumwolle, 25% Polyamid, 5% Viskose), LL 100 m / 50 g, Farbe 010
  • 45 g Lana Grossa 365 Yak (66% Baumwolle, 12% Yak, 22% Polyamid), LL 145 m / 50 g, Farbe 012
Nadelstärke: 5,0 mm

Anleitung: Fire in the Sky

Freitag, 21. Oktober 2016

Goldener Oktober


Das goldene lässt der Oktober hier zwar noch ein wenig vermissen, aber seit heute kann ich da selber Abhilfe schaffen. Das Baumwollgarn ist zwar nicht unbedingt erste Wahl für die Jahreszeit, aber ich musste es neulich im Ausverkauf unbedingt aus seinem Mauerblümchendasein befreien. Und die Farben schreien ja wohl eindeutig "Herbst!!".


Es stand von vorneherein fest, dass daraus eine Jacke werden sollte. Und vor meinem geistigen Auge manifestierte sich auch gleich die gewünschte Form: lang, locker und mit Schalkragen. Ich hab' dann einfach mal losgelegt und, ganz wagemutig, nicht mal den RVO-Rechner zu Rate gezogen.



Gerade für Jacken freunde ich mich mehr und mehr mit der Raglan-von-oben-Technik an. Zusätzlich zum Hauptvorteil (kein Zusammennähen!) funktioniert die psychologische Selbstüberlistung nämlich ganz hervorragend. Normalerweise ist das mit Jacken und mir nämlich so: Ich stricke mit Feuereifer das Rückenteil und das erste Vorderteil und bin dann schon bei dem Gedanken, das gleiche nochmal (bevorzugt seitenverkehrt) stricken zu müssen, endlos angeödet. Und dann auch noch die Ärmel ... Aber dadurch, dass hier alles in einem Stück gestrickt wird, geht es gefühlt schneller und es stellt sich kein Überdruss ein. Und weil man zwischendurch auch schon probeweise reinschlüpfen kann, gib es auch keine unliebsamen Überraschungen, was die Passform anbelangt.


Ein bisschen Näharbeit habe ich dann aber doch noch auf mich genommen: Ich habe noch ein Paar Taschen dranmontiert. Kann man ja immer brauchen.



Garn:
  • 700 g Lana Grossa Felice ( 50g Baumwolle, 50% Polyacryl), LL 105 m / 50g, Farbe 012
Nadelstärke 4,5 mm


Dienstag, 11. Oktober 2016

Kiwi-Erdbeer mit Sahne

Bin immer noch dabei, den schnöde im Stich gelassenen September-Werken wieder etwas Aufmerksamkeit zu widmen. Das hier war ein durchaus angenehmes Nebenbei-Projekt. Die Farben sind ja eher frühlingsfrisch und gar nicht jahreszeitengemäß. Aber der Stash-Abbau hatte Vorrang. Und das Hauptziel bei diesem Tuch war ohnehin ein Lerneffekt, nämlich die Abnahmen so zu platzieren, dass das Gestrick von der Seite nicht gar so asymmetrisch wird.


Das ist auch ganz gut gelungen. Wahrscheinlich wäre die Symmetrie noch ausgeprägter, wenn ich mir nicht gegen Ende in den Kopf gesetzt hätte, die Abschlusskante um das gesamte untere Ende laufen zu lassen ... Wenigstens einen kleinen optischen Kick sollte das langweilige Kraus-Rechts-Gestrick ja haben.


Um den Hals gewickelt sehen diese simplen Seiten-Dreiecke dann ja gar nicht sooo langweilig aus. Da hier überwiegend Baumwolle im Spiel war, wird das gute Stück allerdings vorerst eingerollt überwintern.



Maße: 195 x 75 cm

Garn:
  • 100 g Handgefärbte Sockenwolle mit Baumwolle (44% Wolle, 42% Baumwolle, 14% Polyamid) LL 420 m / 100 g, Farbe 'Rote Rose' von Julies Wollkörbchen
  • 75 g Schachenmayr Catania (100% Baumwolle), LL 125 m / 50 g, Farbe 0205 (grün)
  • 100 g Schewe Baumwolle-Classic  (100% Baumwolle), LL 125 m / 50 g, Farbe 164 (creme)
  • 50 g Baumwolle unbekannter Herkunft in rosa
***

Am Wochenende war ich außerdem auf dem Wollmarkt in Vaterstetten - mit den festen Vorsatz, etwas wintertauglichere Wolle (mindestens 6-fädig) zu erwerben. Das ist leider komplett gescheitert! Aber mein Lace- und Seide-Sortiment habe ich durchaus kräftig erweitert ...


Und weil heute Dienstag ist ...