Donnerstag, 20. April 2017

Kleinkariert


Höchste Zeit, dass mal ein paar der Schätze verarbeitet werden, die ich letzten Oktober auf dem Wollmarkt in Vaterstetten erstanden habe. Und ganz weit vorne auf der Liste standen diese Prachtexemplare von Edith. Schon beim Einkauf war klar, dass die beiden Seidenkombinationen zusammengehörten. Und die zwei lieferten auch das pure Strickvergnügen. Vor allem die Principessa aus Seide und Yak ist sensationell. Man soll ja mit Superlativen vorsichtig sein, aber das ist vielleicht das angenehmste Garn, das ich je verstrickt habe.


Zugegeben: Die Farben schreien jetzt nicht gerade: "Willkommen, Frühling!". Aber der April präsentiert sich ja durchaus in ähnlich düsterem Gewand. Außerdem: grau und grün geht bei mir immer!



Um die Struktur und den dezenten Schimmer des Garns schön in Szene zu setzen, war auch schnell klar, dass sich verschiedene Strukturmuster abwechseln sollten. Und ein wenig hat dann auch meine neuentdeckte Leidenschaft für Mosaikmuster dazwischengefunkt. Zwar war ich zwischenzeitlich arg skeptisch, ob das Musterchen sich überhaupt abzeichnet, aber letztlich hat es doch ganz gut funktioniert.


Und nun schmeichelt sich das Teilchen derart soft um den Hals, dass ich mich frage, warum ich eigentlich nicht immer Seide verarbeite. Ein Blick in die Geldbörse beantwortet die Frage dann allerdings schnell und entschieden. Aber trotzdem: Gelegentlich muss man sich solchen Luxus einfach gönnen!


Garn:

  • 120 g Merino-Seide 400 single (50% Merino, 50% Maulbeerseide), LL 400 m / 100 g, Farbe: Kohle
  • 100 g Principessa (50% Yak, 50% Maulbeerseide), LL 460 m / 100 g, Farbe Pistazie

Sonntag, 16. April 2017

Meeresleuchten


Nach der Luftnummer hatte ich gleich noch mal Lust auf die Kombination Silkhair + Effektgarn. Erst hatte ich mit verkürzten Reihen gespielt, das sah aber nicht besonders aus. Fallmaschen dagegen machen sich mit dem Bändchengarn richtig gut. Bei diesem zweiten Versuch blieb es dann auch.


Mit dieser Farbvariante der Roma Degradé hatte ich letzten Sommer schon wochenlang geliebäugelt - so lange bis das Garn ausverkauft war. Dieses Jahr habe ich dann gleich zugegriffen, sobald ich es wieder sah. Diesen Grün-Türkis-Blau-Verlauf finde ich einfach umwerfend.

Schöne Farbe hin oder her, das Garn hat allerdings ein entscheidendes Manko. Der Wechsel von hell nach dunkel erfolgt relativ abrupt und - man glaubt es kaum!! - einfach dadurch, dass da Enden zusammengeknotet werden! Noch dazu mit so kurz bemessenen Knoten, die sich kaum im Strickwerk verstecken lassen.


Beim ersten Mal glaubte ich ja noch an ein Versehen, aber nachdem das pro Knäuel zwei Mal vorkam, steckt hinter der Schlamperei wohl Methode. Vielen Dank auch Lana Grossa! Immerhin ist das Bändchen mit rund 12 € nicht gerade ein Schnäppchen! Ich denke, für künftige Gelüste in dieser Richtung werde ich dann auf das nur geringfügig teurere Bändchengarn von Louisa Harding zurückgreifen, dass es auch in tollen Farben gibt ...



Weil immer noch jede Menge Garn übrig war, als der Schal bereits eine komfortable Länge hatte, habe ich (ich glaube das erste Mal seit der dritten Klasse) noch Fransen dran gemacht.Auch die machen sich mit dem Farbverlauf, wie ich finde, recht gut. Allerdings haben sie sich nach dem Waschen eingedreht.




Maße: 210 x 40 cm (ohne Fransen 177 cm lang)

Garn:

  • 195 g Lana Grossa Roma Degradé (100% Baumwolle), LL 210 m / 100g, Farbe 305 (ohne Fransen 140 g)
  • 27 g Lana Grossa Silkhair (70% Mohair, 30% Seide), LL 210 m / 25 g, Farbe 089.

Mittwoch, 5. April 2017

Luftnummer


Wenn sich langsam der Eindruck aufdrängt, ich hätte dieses Paillettengarn in allen nur verfügbaren Farben aufgekauft, so ist das nicht gänzlich falsch. Ähnliches gilt für die Silkhair, die sich auch immer mal in den Einkaufskorb schmuggelt. Es lag also nahe, die beiden zwecks Bestandsabbau einmal miteinander zu kombinieren.


Und zwar zu einem denkbar einfachen Nebenbei-Projekt. Ein Schal, bei dem sich vier Reihen glatt rechts in Mohair abwechseln mit zwei Reihen kraus rechts in Opera. Angeschlagen hatte ich 62 Maschen. Das Ganze mit großen Nadeln, damit das Ganze schön transparent wirkt, und fertig ist die Laube. Na ja, nicht ganz, weil sich einmal mehr gezeigt hat, dass es aus unerfindlichen Gründen viel länger dauert, einen Schal als ein Tuch zu stricken. Zumindest fühlt sich das jedes Mal so an.


Trotzdem, und trotz des stricktechnischen Gähn-Faktors hätte ich jetzt irgendwie Lust, noch mehr so durchsichtiges Zeugs zu produzieren. Genug Garn sollte ja vorhanden sein ...

Ach ja: Trotz der vielen Luftlöcher hält der Schal übrigens erstaunlich warm. Das hätte ich eigentlich wissen können, denn vor ein paar Jahren habe ich schon einmal einen ähnlich luftigen Mantel gestrickt (den man mit viel gutem Willen auf dem ersten Bild auch erahnen kann). Und der hat mich auch schon öfter zum Schwitzen gebracht.



Maße: 230 x 40 cm

Garn:
  • 50 g Lana Grossa Silkhair (70% Mohair, 30% Seide), LL 210 m / 25 g, Farbe 024.
  • 140 g Lana Grossa Opera (65% Baumwolle, 25% Polyamid, 5% Viskose, 5% Pailletten)
Nadelstärke: 6,0 mm

Samstag, 1. April 2017

Auf den Nadeln im April

Der Rückblick fällt diesmal ja recht übersichtlich aus. Viel (weitgehend un- und unterbezahlte) Arbeit, daher sind nur ganze zwei Projekte fertig geworden. Und die sind auch nicht grade ein Nachweis von Kreativität, sondern reine Fleißarbeit.



Immerhin machen mir beiden trotzdem viel Freude. Der 'Planned Pooling'-Schal vor allem deshalb, weil sich das Garn so unfassbar gut anfühlt. (Zum Glück fallen fast alle anderen Farbkombinationen der Lanartus Fine Merino Socks nicht in mein Beuteschema, sonst wäre ich wahrscheinlich gleich losgezogen, um sämtliche Bestände aufzukaufen.) Und die Concertina, weil es mir im dritten Anlauf endlich gelungen ist, das richtige Verhältnis von Maschenzahl und Zunahmen auszutüfteln.

Für den laufenden Monat ist zwar einiges auf den Nadeln, aber bislang noch nichts sonderlich Spannendes. Da ist zum einen was aus der Kategorie: "Das Garn muss jetzt endlich weg", vor allem, weil es, auf die großen Papprollen gewickelt, so viel Platz wegnimmt. Aber auch, weil mir die Melange wirklich gut gefällt. Ich plane so ein loses Überwurfdings, das bequem um den Oberkörper schlabbert. Ob eher in Pulli- oder in Jackenform entscheide ich, wenn das Rückenteil fertig ist, dann sehe ich, wie weit das Garn reicht.


Zum anderen was aus der Abteilung "Ich will jetzt unbedingt was mit diesem Garn machen" (Yak und Seide! Mehr muss ich nicht sagen, oder?). Und zwar eine Kombination aus Mosaik- und Strukturmustern. Ich bin im Augenblick aber noch unschlüssig, ob der Kontrast zwischen den beiden Farben groß genug ist für Mosaik, deshalb ist mein anfänglicher Enthusiasmus etwas gebremst.



Und dann sind da noch drei Anfänge aus der Rubrik "Frühling! Jetzt muss aber schnell was Luftiges her!" Von links nach rechts: Tuch aus Lacegarn, das auch noch einen Abschnitt mit Lacemuster kriegen soll, simpler Schal aus Silkmohair und Opera und ein Tuch, das nach endlosen Lochreihen als Abschluss eine opulente Borte kriegen soll, von der ich allerdings noch keine konkrete Vorstellung habe. Mehrfarbig? Lace? Mosaik? - Keine Ahnung. Aber das mit den Löchern wird sich ja noch eine Weile ziehen, da hab ich Zeit zum Nachdenken.


Und schließlich wäre da ja auch noch dieses unwiderstehliche Leinengarn, das mich letzte Woche geradezu schamlos angemacht hat. Das ist mittlerweile bei mir eingezogen und flüstert jetzt dauernd, nicht weniger schamlos, "Fass mich an! Mach mit mir, was du willst!" Tja, wenn ich das nur wüsste ...