Schlabberjäckchen



Ist schon wieder Jacken-Wetter? Da trifft es sich ja gut, dass wenigstens eines meiner Langweiler-Projekte diesen Monat doch noch fertig geworden ist.



Das Baumwoll-Bändchengarn in dem leicht changierenden Grünton hatte es mir vor zwei oder drei Jahren unheimlich angetan; aus dem geplanten Kurzarm-Pulli ist aber nie etwas geworden. Allerdings fiel mir bei den verschiedenen Anstrick-Versuchen auf, dass Kraus-Rechts-Gestrick damit ungemein gut wirkt. Daran erinnerte ich mich wieder, als ich eine andere Jacke aus dem Schrank zog, die ich schon längst mal nachstricken wollte



Das Ideal, an dem ich mich orientieren wollte, ist allerdings nicht selbstgestrickt, sondern gekauft. Wie das passieren konnte? Nun, irgendwann im letzten Jahrhundert begab es sich, dass ich fernbeziehungsbedingt in Köln weilte und sich unvorhergesehen plötzlich die Notwendigkeit für ein etwas eleganteres Outfit ergab. Und die schwarze Schönheit ist ein Teil davon.

Dass das Jäckchen so schön fällt,verdankt es nicht zuletzt seinem Gewicht.Obwohl es aus einem Viskose/Polyamid-Gemisch besteht, bringt es satte 840 Gramm auf die Waage!

Vor rund zehn Jahren hatte ich es, zumindest was den Schnitt anbelangt, schon mal dupliziert. Die Kopie ist allerdings gut 10 cm weiter und länger geworden (Baumwolle!!) und sitzt längst nicht so gut.


Die ursprüngliche Idee, die schwarze Jacke nachzustricken musste ich dann, nachdem ich das Maßband angelegt hatte, schnell wieder verwerfen. Der lässige Fall entsteht dort nämlich durch extreme Überweite: Die einfache Breite misst 75 cm!

Dass ich da mit meinen 400 Gramm nicht weit kommen würde, sah ich dann doch zähneknirschend ein. Aber nachdem ich das Garn nun schon mal aus seinem Versteck befreit hatte, sollte es auch auf die Nadeln.

Da 400 Gramm bei der geringen Lauflänge für eine Jacke ohnehin knapp bemessen sind, entschied ich mich für die sichere Variante des Raglan von oben. Mit zuerst gestricktem Dreiviertelärmel, der genau 50 Gramm verschlang. Auf die Weise wurde doch noch ein komfortables Wohlfühl-Teil daraus, das zwar nicht ganz so lässig fällt, wie das Schwarze, aber doch genügend Spielraum lässt. Irgendwann mache ich aber doch noch mal eine Kopie von dem kleinen Schwarzen. Aber nicht sofort, denn ich habe ja noch genügend andere Langweiler in der Mache.


Was mich allerdings nicht davon abgehalten hat, gleich noch eine weitere Jacke anzuschlagen. Vorerst ist es eher ein Versuch, denn beim zweifarbigen Patent muss man mit den Raglan-Zunahmen etwas tricksen. Bisher sieht das Ganze eher nach einem weiteren Tuch aus, aber noch bin ich zuversichtlich ...





Garn:
  • 400 g Schulana Kleo (100% Baumwolle), LL 125 m / 50 g, Farbe 5.
Nadelstärke: 5,0 mm

Kommentare

  1. Hallo Ute,
    das Stricken der Jacke war vielleicht nicht so spannend, das Ergebnis überzeugt allerdings. Ich finde Dein Projekt sieht sehr edel aus! Dazu trägt neben dem Schnitt auch die Farbe bei. Gefällt mir gut. Auf Deine zweifarbige Patentjacke freue ich mich schon. Das ist bestimmt ein spannendes Kontrastprojekt!
    Liebe Grüße
    Anneli

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    1. Liebe Anneli,
      Schnitt ist ja nicht viel. Aber Garn und Farbe fand ich auch überzeugend. Und nachdem nun auch bei uns der Oktober vorzeitig Einzug gehalten hat, kommt das Jäckchen gerade recht! Ich hoffe allerdings, dass sich die Temperaturen noch einmal so entwickeln, dass Du Deinen sicher bald fertigen Sommerpulli noch ausführen kannst.
      Liebe Grüße,
      Ute

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  2. Eine schöne Strickjacke, die sicher im Alltag oft zum Einsatz kommt. Bei uns ist es manchen Tagen im Moment echt herbstlich.
    Auf deine Brioche-Strickjacke bin ich schon sehr neugierig!
    LG Monika

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